Neubebauung des ehemaligen ThyssenKrupp-Areals

Musik, Fußball, Industriecharme

thyssenkrupp

vergrößern ThyssenKrupp-Areal (Bild: Grit Koalick)

Das Gebiet um den Diebsteich

Das Gebiet rund um den Diebsteich bietet durch seine zentrale Lage zwischen den Zentren von Altona und Eimsbüttel zukunftsweisende Entwicklungspotenziale, die sich nicht nur aus dem Bestand, sondern auch aus dem Nutzungswandel großer Gewerbeflächen ergeben. Damit besteht die Chance, neue Orte für Kultur und Sport, für Arbeit und Produktion, für Freizeit und Erholung zu schaffen, die sich in den rauen, gewerblich geprägten Charme des Quartiers einfügen und es als lebendigen, urbanen Raum im Hamburger Stadtgefüge neu platzieren.

Die Entscheidung der DB AG im Jahr 2014, den Fern- und Regionalbahnhof Altona an den Standort Diebsteich zu verlegen, hat einen maßgeblichen Impuls für diese Neuentwicklung des Umfelds gesetzt, das mit der Ansiedlung eines Haltepunkts für den Fern- und Regionalverkehr deutlich an Zentralität gewinnen wird. Um die Chancen für eine Neuentwicklung nutzen zu können, wurde ein  übergeordnetes Konzept für den Prozess entwickelt und die städtebaulich-freiraumplanerischen und verkehrlichen Ziele für das Gebiet in einem Rahmenplan formuliert sowie die Einbindung in den umgebenden Stadtraum aufgezeigt. Der Rahmenplan gliedert das Gesamtgebiet in neun Teilbereiche. Einer der Teilbereiche stellt das ehem. ThyssenKrupp Schulte Areal dar, welches sich direkt gegenüber dem neuen Bahnhof befindet. Die Eröffnung des neuen Bahnhofs ist 2027 geplant.


Geplante Nutzungen auf dem Areal Waidmannstraße

Auf dem Grundstück, das sich seit 2017 in städtischem Besitz befindet und weiter in städtischem Besitz befinden wird, soll es neue Nutzungen, entsprechend den Zielsetzungen aus dem Rahmenplan geben. Diese vielfältigen Nutzungen sollen über das Quartier hinaus wirken; ein Fußball-Regionalligastadion sowie eine Musikhalle mit jeweils bis zu 5.000 Plätzen werden dabei durch vielfältige Angebote aus Büro, Gastronomie, Handel, Kultur und Freizeit ergänzt. Die prägenden historischen Gebäude an der Waidmannstraße als auch die ehemalige Werkhalle sollen erhalten und neu genutzt werden.


Konzepte und Untersuchungen

Zu den städtebaulichen und verkehrlichen Zielen des Rahmenplans wurden weiterführende Untersuchungen beauftragt, so hat der LIG u.a. eine bauliche Machbarkeitsstudie sowie ein Mobilitätskonzept erarbeiten lassen. Des Weiteren wurde eine Bedarfsplanung insbesondere in Hinblick auf die Konkretisierung der Bausteine Musikhalle und Stadion in Auftrag gegeben. Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) hat vertiefende Untersuchungen zur verkehrlichen Erschließung des ThyssenKrupp-Areals beauftragt. Die Behörde für Kultur und Medien (BKM), die Behörde für Inneres und Sport (BIS), die Behörde für Verkehr und Mobilität (BVM) und das Bezirksamt Altona waren in diese Prozesse mit eingebunden.

Auf Basis dieser Konzepte und Untersuchungen ist für das Areal „Waidmannstrasse 26“ mit der Ausschreibung eines hochbaulich-freiraumplanerischen Realisierungswettbewerbs unter Federführung des LIG begonnen worden.

Für die Realisierung der geplanten Neuentwicklung auf Grundlage des Wettbewerbsergebnisses ist die Schaffung von neuem Planrecht erforderlich, das mit dem Bebauungsplanverfahren Altona-Nord 29 aufgestellt werden soll.

Weitere Informationen zum ThyssenKrupp-Areal, zum Bebauungsplanverfahren und zur Bürgerbeteiligung finden Sie auf der Projektseite der BSW auf hamburg.de/diebsteich


Hochbaulich freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb "Areal Waidmannstraße – Neue Vielfalt für den Diebsteich“

Für die Entwicklung auf dem ehem. ThyssenKrupp-Schulte-Areal in der Waidmannstraße 26, ist ein hochbaulich-freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb in Vorbereitung. Ziel des Wettbewerbsverfahrens ist die Entwicklung eines gesamtheitlichen Entwurfes für das Areal. Dabei sollen neben der Freiraumplanung insbesondere die drei folgenden hochbaulichen Bausteine entwickelt werden:

  1. Fußball-Regionalligastadion mit bis zu 5.000 Plätzen nebst Mantelbebauung für Büro, Gastronomie, Handel, Kultur, Freizeit einschließlich Tiefgarage
  2. Sanierung und Erweiterung der Bestandhalle zu einer Musikhalle mit 5.000 Besuchern
  3. Entwurf eines Bürogebäudes mit weiteren additiven Nutzungen nebst Tiefgarage sowie Umnutzung eines gründerzeitlichen ehem. Verwaltungsgebäudes mit Flächen für eine Sport Kita und weiteren stadtteilbezogenen Nutzungen sowie die Umnutzung zweier historischer Pförtnerhäuschen.

Für die Bearbeitung der Wettbewerbsaufgabe sollen max. zwölf Büros/Planungsteams ausgewählt werden. Hierzu hat der LIG Ende 2021 einen europaweiten Teilnahmewettbewerb gestartet. In das Wettbewerbsverfahren sind die Bezirkspolitik, die Bürgerschaft und avisierte zukünftige Nutzer eingebunden. Auch soll der interessierten Öffentlichkeit die Gelegenheit einer Vorabbetrachtung der Arbeiten und Meinungsäußerung vor der Preisgerichtsitzung gegeben werden. Das Wettbewerbsergebnis wird voraussichtlich Ende August 2022 vorliegen.


Nach dem hochbaulichen und freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb

Im Anschluss an den hochbaulichen und freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb wird der LIG ein Ausschreibungsverfahren starten, mit dem ein bau- und betriebsausführender Projektpartner gefunden wird.